Stand: 28. Mai 2023

Der folgende Text gibt einen umfassenden Überblick über das Dojo und das bei uns praktizierte Aikido. Es richtet sich vor allem an neue Mitglieder des Dojos, und soll als Orientierungshilfe den Einstieg in die tägliche Aikido-Praxis erleichtern. 

合氣道Aikido

Aikido ist eine japanische Kampfkunst, die Morihei Ueshiba Anfang des 20. Jahrhunderts aus alten Kriegskünsten entwickelt hat, insbesondere aus dem Schwertkampf. Im Gegensatz zu diesen Kriegskünsten dient das Aikido aber ausschließlich friedlichen Zwecken. Techniken, die auf Verletzungen abzielen, werden nicht gelehrt. Morihei Ueshiba wird O-Sensei genannt, „großer Lehrer“.

O-sensei Morihei Ueshiba

O-Sensei Morihei Ueshiba (1883-1969)

Ai“ steht für Harmonie, „Ki“ bedeutet Energie und „Do“ ist der Weg. Aikido ist also der Weg, durch den die Kräfte harmonisiert werden. Das Grundprinzip besteht darin, mit der Energie zu arbeiten, die der/die Angreifende mitbringt, und möglichst wenig hinzuzufügen. Die dynamische und wachsame Verbindung zum Partner/zur Partnerin steht immer im Vordergrund.

Der Übungsraum, aber im weiteren Sinn auch die Gruppe, die dort trainiert, werden als „Dojo“ bezeichnet. Das ist mit dem Begriff „Verein“ vergleichbar.

Schwerpunkte der Aikidopraxis in unserem Dojo sind die Entwicklung der Wahrnehmung für das Verhalten der Partner*innen, das Einüben einer angemessenen Reaktion und einer selbstbewussten Präsenz. Orientierung im Raum, Erweiterung der Bewegungsmöglichkeiten, Rollen und Fallen, sowie Atem- und Haltungsübungen spielen dabei eine große Rolle.

Im Aikido gibt es keine Wettkämpfe: Es ist eine Kampfkunst, d.h. die persönliche Entwicklung steht im Vordergrund, nicht der Sport. Fortschritte kommen aus dem regelmäßigen Training, durch Lehrgänge und im Rahmen von Prüfungen.

Aikido kann man unabhängig von Geschlecht, Alter und von persönlicher Fitness ausüben. Aikidoka verbessern sich mit jedem Jahr Praxis – viele der angesehensten Lehrer*innen sind heute 50, 60, 70 Jahre oder älter.

Da wir Aikido in unserem Dojo nicht in einem Kurssystem lehren, kann auf jeder Leistungsstufe an jedem Training teilgenommen werden. Anfänger*innen und Fortgeschrittene üben meistens miteinander, jede*r auf dem eigenen Niveau.

Am besten lernst du Aikido auf der Matte kennen: Herzlich willkommen in unserem Dojo!

Unser Dojo

Dojo

Das Aikido-Dojo Oberursel steht für ein weltoffenes, respektvolles und auf Entwicklung bedachtes Aikido. Wir pflegen enge Kontakte und lebhaften Austausch mit einer Reihe von internationalen Dojos. Daher lautet unser Wahlspruch CONNECT ∙ EXCHANGE ∙ DEVELOP („Begegnung, Austausch, Entwicklung“).

Unser Dojo wurde 2013 von Klaus Meßlinger gegründet, und durch einem Lehrgang mit Roberto Martucci eingeweiht. Das erste offizielle Training fand am 5. Januar 2014 statt. Aktuell haben wir 51 Mitglieder im Alter von 12 bis 72 Jahren, davon 16 Frauen und 35 Männer.

Wir orientieren uns am Aikido von O-Senseis Schüler Yamaguchi Seigo Shihan (1924-1996) und dessen Schülern Endo Seishiro Shihan (Saku/Japan) und Christian Tissier Shihan (Paris). Unsere direkten Lehrer in dieser Linie sind Jan Nevelius Shihan und Jorma Lyly (Vanadis Aikidoklubb Stockholm).

Unsere Werte

Aikido ist mehr als eine Kampfkunst - es ist eine Lebenskunst. Der Begründer, O-Sensei Morihei Ueshiba, sah darin einen Weg, um Frieden zu stiften und die Welt im guten Sinne zu gestalten:

  • Verantwortung übernehmen
  • Konflikte friedlich beilegen
  • Weltweit Freundschaften knüpfen

Das japanische Lebensprinzip "Ikigai", das "Daseinsgrund" oder "Lebensinspiration" bedeutet, hilft beim Erlernen von Aikido. Es hat 5 Hauptbestandteile (nach Ken Mogi):

  1. Beginne mit kleinen Schritten und achte auf Details
  2. Lerne loszulassen, akzeptiere dich wie du bist
  3. Suche Harmonie und Nachhaltigkeit
  4. Pflege die Freude an kleinen Dingen
  5. Sei im Hier und Jetzt, finde deinen Rhythmus

"Harmonie und Nachhaltigkeit" bezieht sich auf die Beziehungen zu den Mitübenden, die uns helfen, zu wachsen und in vielerlei Hinsicht besser zu werden.

Alle sind willkommen!Gegenseitiger Respekt ist daher die Grundlage des Dojolebens. Wir freuen uns auf alle Teilnehmer*innen unserer Übungsstunden, ganz unabhängig davon, wo sie geboren wurden, welche Hautfarbe sie haben oder welche Sprache sie sprechen, ganz gleich ob sie bleiben oder sich uns nur vorübergehend anschließen, ganz gleich ob es Männer oder Frauen sind (oder Menschen, die sich anders oder gar nicht einordnen), ganz gleich wen sie lieben, ganz gleich wie alt sie sind und unabhängig vom Lebenshintergrund, ganz gleich welcher Religion sie angehören oder welche Weltanschauung sie vertreten, unabhängig davon wie vermögend oder gebildet sie sind, ob sie körperlich und geistig topfit sind oder Einschränkungen unterliegen - solange wir uns aufgeschlossen, bescheiden und freundlich begegnen.

Wir erwarten, dass unsere Dojo-Mitglieder eigenverantwortlich denken und handeln, sich vor vorschnellen Verallgemeinerungen hüten und stets dafür offen sind, ihre Überzeugungen und Fertigkeiten zu hinterfragen. Ohne diese charakterlichen Eigenschaften ist eine ernsthafte Aikidopraxis nicht möglich.

Im Aikido üben wir in großer körperlicher Nähe zueinander, was nicht Allen leicht fällt, und wir üben Bewegungsabläufe, die am Anfang eine große Herausforderung darstellen können. Deswegen achten wir darauf, dass wir Anfänger*innen Zeit geben, sich an die ungewohnte Nähe zu gewöhnen und in der eigenen Geschwindigkeit an die Bewegungen heranzuarbeiten. Es versteht sich von selbst, dass wir sensibel dafür sind, welche Berührungen von unseren Partner*innen als angemessen empfunden werden.

Logo

Stele mit dem Logo des Dojos

Unser Logo besteht aus drei mit Tusche gezogenen konzentrischen Kreisen. Sie sind nicht perfekt rund, denn sie stehen für den eigenen Weg, den jede*r im Aikido beschreitet, und der sich von allen anderen unterscheidet. Das Logo versinnbildlicht eine Reihe von Ideen, insbesondere:

  • Jahresringe eines Baums (Wachstum und Entwicklung)
  • Wellenringe eines Tropfens in einem See (harmonische Bewegung aus der Stille)
  • Höhenlinien eines Berges (Beharrlichkeit und Weitblick)
  • Drei Bezugspunkte der Techniken: Zentrum, Kontakt und Abstand
  • Eine Zielscheibe als Symbol für Konzentration und Aufmerksamkeit auf eine Sache zu jedem Augenblick
  • Bei-sich-sein und gleichzeitiges Wahrnehmen des Raums in allen Richtungen
  • Drei Ensō-Symbole der japanischen Kalligrafie als Ausdruck für den Moment, in dem das Bewusstsein frei ist und Körper und Geist nicht in ihrem Schaffensprozess eingeschränkt werden
  • Von innen nach außen: Warum? Wie? Was? (Antworten von Klaus Meßlinger)

Etikette

Wie in anderen Kampfkünsten gibt es im Aikido einige Verhaltensregeln. Sie dienen vor allem dazu, eine wertschätzende Atmosphäre zu schaffen und Verletzungen zu verhindern. Konzentration, Respekt und Höflichkeit gegenüber den Trainingspartner*innen sind die Hauptmerkmale.

Kleidung und Körperpflege

Im Aikido tragen wir schlichte weiße Keikogis (auch Aikidogi, Dogi oder Gi genannt; siehe unsere Einkaufstipps). Sie bestehen aus einer langen weißen Hose, einer Jacke und einem Gürtel, und waren ursprünglich Unterwäsche, die man unter dem Kimono trug. Wir empfehlen allerdings, unter der Hose zusätzlich normale Unterwäsche zu tragen. Wir empfehlen darüber hinaus, unter der Jacke ein schlichtes weißes oder einfarbiges T-Shirt zu tragen. Wenn die Jacke hoch am Hals schließt, kann man darauf verzichten. 

Während des Trainings üben Menschen barfuß auf engem Raum miteinander. Achte deshalb darauf, sauber und in frisch gewaschenem Anzug zum Training zu erscheinen und aufdringliche Gerüche zu vermeiden (Kosmetika, Knoblauch etc.). Bitte wasche deine Füße und Achselhöhlen unmittelbar vor dem Training, und entferne alles Makeup, was abfärben kann. Finger- und Zehennägel werden kurz gehalten, um Verletzungen zu vermeiden. Aus dem gleichen Grund werden Uhren, Ringe und Körperschmuck abgelegt. Vor dem Training dürfen kein Alkohol getrunken oder andere Mittel eingenommen werden, die die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Bitte lass einen ausreichenden Abstand zu größeren Mahlzeiten.

Im Dojo werden Sandalen getragen, Straßenschuhe bleiben draußen. Die Matte wird nur barfuß betreten. Es können im Ausnahmefall auch rutschfeste Socken oder Tabi getragen werden, z. B. bei Hautverletzungen.

Halte die Matten stets sauber: Entferne Flecken und andere Verunreinigungen unmittelbar nach ihrem Auftreten mit einem weichen Tuch und kaltem Wasser.

Allgemeine Hygiene- und Gesundheitsregeln

Damit wir uns alle wohlfühlen und gesund bleiben, beachte bitte diese Regeln:

  • Dusche oder wasche dich vor dem Training, insbesondere Achseln und Füße; entferne Makeup.
  • Trage immer einen frischen Aikido-Anzug.
  • Lege Armbanduhr und Schmuck ab (Ringe, Ketten, Ohrringe etc.).
  • Halte Deine Finger- und Zehennägel kurz.
  • Trinke vor dem Unterricht keinen Alkohol.
  • Lass ausreichend Abstand zu größeren Mahlzeiten.
  • Bitte niese oder huste in deinen Anzug oder benutze ein Taschentuch.
  • Vermeide es, mit deinen Händen Mund, Nase oder Augen zu berühren.
  • Falls es dir nicht gut geht, oder falls du Erkältungssymptome hast: Bleibe zuhause bzw. verlasse unmittelbar das Training.

Ablauf des Unterrichts / Verbeugungen

Verbeugung

Verbeugung nach Urkunden-Übergabe

Die Teilnehmer*innen der Übungsstunde finden sich 15 Minuten vor Trainingsbeginn ein, damit gemeinsam die Matten aufgebaut werden können (bei Lehrgängen mindestens 30 Minuten früher). Bitte sei pünktlich!

An der einen Längsseite der Mattenfläche steht eine Stele (das kann eine Kalligraphie oder ein Bild von O-Sensei sein). Diese Stele kennzeichnet den Shomen, d.h. die „Vorderseite“ des Dojos. (Manchmal wird er auch "Kamiza" genannt.)

Im Aikido gibt es eine ganze Reihe von Verbeugungen, die am Anfang verwirrend sein können. Auf den ersten Blick mögen sie wie Unterwürfigkeitsgesten wirken oder an religiöse Rituale erinnern – das sind sie aber nicht. Wichtig ist, dass du jeder einzelnen dieser Verbeugungen einen Sinn gibst, und zwar einen Sinn für dich persönlich. Dann werden sie dir helfen, durch die dadurch gezeigte Ernsthaftigkeit gute Fortschritte in deiner persönlichen Entwicklung zu machen. 

Sind Matten und Shomen bereits aufgebaut, verneigt man sich kurz bei Betreten und Verlassen des Raumes (im Stehen, mit Blick zum Shomen). Diese Geste steht für die Anerkennung, dass das Dojo ein Ort mit einer besonderen Bedeutung für unsere persönliche Entwicklung ist.

Der Shomen wird vor und nach dem Training im Knien an- bzw. abgegrüßt. Diese Verbeugung ist ein Zeichen des Respekts für das Aikido und gleichzeitig eine Bekräftigung, dass man den Alltag hinter sich lässt und sich auf das bevorstehende gemeinsame Üben konzentriert. Sie wird daher ruhig und konzentriert ausgeführt, etwa für die Dauer eines bewussten Ausatmens.

Eine zweite kurze Verbeugung zur Mattenmitte gilt den bereits Anwesenden, deren Gegenwart wir damit würdigen. Die Anwesenden erwidern die Verbeugung ausnahmsweise nicht.

Zu Trainingsbeginn und während der Erklärungen des Lehrers/der Lehrerin sitzen die Übenden im Kniesitz am Mattenrand gegenüber dem Shomen. In unserem Dojo gibt es keine Sitzreihenfolge. Da wir einen wertschätzenden Umgang in der Gruppe pflegen, sitzen wir aufrecht und aufmerksam in einer Reihe ohne Lücken. Lass genug Abstand zu den Partner*innen links und rechts, dass ihr euch verbeugen könnt, ohne einander zu berühren.

Nach jeder Erklärung verbeugen sich Teilnehmer*innen und Lehrer*in voreinander. Zu Beginn und zum Ende jeder Übung verbeugen sich die Übenden untereinander. Sie bringen damit ihren Respekt voreinander zum Ausdruck, und den Willen, achtsam miteinander umzugehen.

Alle Verbeugungen werden ruhig und aufmerksam vollzogen.

Verhalten im Unterricht

Etikette

Die Partnerübungen werden konzentriert ausgeführt, wobei wir auch die Matte um uns herum und die anderen Übenden im Auge behalten. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass wir immer genügend Raum für die geplante Übung haben.

Wir verzichten auf lautes Sprechen, Klatschen oder andere störende Geräusche.

Kommst du einmal mit einer Übung nicht weiter, sprich bitte den/die Lehrer*in an. Belehre niemals deine*n Partner*innen – Fehler machen gehört zur persönlichen Entwicklung dazu. Führe statt dessen schweigend die beste Technik bzw. den besten Angriff aus, zu dem du fähig bist.

Stellt dir dein*e Partner*in eine konkrete Frage, dann fasse dich mit deiner Antwort kurz oder winke dem/der Lehrer*in.

Ruft dich ein*e Lehrer*in während einer Erklärung auf, um als Uke nach vorne zu kommen, antworte mit einem hörbaren "hai!". Insbesondere bei größeren Gruppen hilft das den Lehrer*innen als Rückmeldung deiner Bereitschaft.

Wer sich gerade nicht in einer Partnerübung befindet, kniet sich in einem angemessenen Abstand ab und verfolgt das Geschehen aufmerksam. Grundsätzlich sind der Kniesitz oder – bei Knieproblemen – der Schneidersitz möglich, beides in aufrechter Haltung.

Bitte lehne dich nicht an und verschränke auch nicht die Arme vor der Brust – dies gilt insbesondere bei Lehrgängen mit japanischen Lehrer*innen als sehr unhöflich. Es wird auch darauf geachtet, dass man nicht mit ausgestreckten Beinen oder mit dem Rücken zum Shomen sitzt.

Der/die Lehrer*in hat die Verantwortung für die übenden Aikidoka und muss daher immer wissen, wer auf der Matte ist und wer nicht. Musst du die Matte verlassen, gib dem/der Lehrer*in kurz Bescheid, insbesondere, falls du dich verletzt hast. Fehlt dir einmal die Puste, kannst du dich kurzzeitig am Mattenrand abknien, nachdem du deine*n Partner*in informiert hast.

Solltest du einmal zu spät zum Training erscheinen, bleibe am Mattenrand stehen und mache mit einem hörbaren „Onegai shimasu!“ auf dich aufmerksam. Warte, bis dir der/die Lehrer*in ein Zeichen zum Betreten der Matte gibt. Danach grüßt du den Shomen an, machst selbständig einige Aufwärm- und Dehnübungen und beteiligst dich dann am Training.

Zwischen den Aikidoka ist das „Du“ die übliche Anrede, auch gegenüber den Lehrern und Lehrerinnen. Den Respekt gegenüber unseren Partner*innen drücken wir durch unser Verhalten aus, nicht durch die Anrede.

Nur japanische Lehrer*innen werden statt mit dem Namen mit „Sensei“ angesprochen.

PS: Bitte nimm dir Zeit und lies Sonja Sauers hervorragendes Essay zum Uke-Verhalten (Sonja ist Lehrerin bei "Aikido im Hof" in Duisburg).

Japanische Begriffe

Im Unterricht verwenden wir viele japanische Begriffe, die dir vermutlich zunächst einmal fremd sind. Keine Sorge, du musst keinen Japanisch-Kurs belegen, und du muss dir auch nicht gleich von Anfang an Alles merken.

Zum Nachschlagen der Begriffe kannst du unser Glossar nutzen.

Dies sind die häufigsten verwendeten Ausdrücke:

  • Aikido = Weg (do) zur Harmonisierung (ai) der Energie (ki)
  • Dojo = Übungsraum oder -halle
  • Tatami = Übungsmatten
  • Shomen = "Vorderseite", Bezugspunkt des Dojos (mit Bild); auch "Kamiza" genannt
  • Keiko = Übungsstunde, Training
  • Onegai shimasu = höfliche gegenseitige Begrüßung zu Beginn des Trainings; Aussprache: „onnegai schimaas“
  • Arigato gozaimashita = höflicher gegenseitiger Dank am Ende des Trainings; Aussprache: „arigato gosai-maschta“
  • Dozo! = bitte! (als Aufforderung, die Übung zu beginnen oder fortzufahren)
  • Yame! = Aufforderung, die aktuelle Übung zu beenden
  • Owari masho! = Aufforderung, das Training zu beenden
  • Hai! = ja, OK, ich habe verstanden; hier! (als Antwort auf eine persönliche Aufforderung)
  • Uke = Partner*in, der/die geworfen oder verhebelt wird (Angreifer)
  • Tori = Partner*in, der/die die Technik ausführt (Verteidiger); in anderen Dojos auch "Nage" genannt ("Werfender")

Lehrgänge

Lehrgang

Lehrgang mit Jan Nevelius Shihan in Oberursel

Das Aikido-Dojo Oberursel pflegt einen regen Austausch mit Lehrer*innen und Dojos aus der ganzen Welt. Diese Gemeinschaft hilft bei der eigenen Entwicklung, fördert und unterstützt das Verständnis des Aikido, und bildet eine große Familie von Menschen, die sich immer wieder gerne begegnen.

Wir reisen zu einer ganzen Reihe von Lehrgängen in Deutschland und im (meist europäischen) Ausland, und wir laden Lehrer*innen aus aller Welt zu uns ein. Lehrgänge sind Weiterbildungs-Veranstaltungen, die für alle offen sind (mit sehr wenigen Ausnahmen). Für fortgeschrittene Aikidoka bieten einige Lehrgänge zusätzlich die Möglichkeit, Schwarzgurt-Prüfungen abzulegen, da wir im Dojo nur Prüfungen für Kyu-Grade (Weißgurt) abnehmen.

Allen Dojo-Mitgliedern wird ans Herz gelegt, sich an möglichst vielen dieser Lehrgänge zu beteiligen, insbesondere an den Veranstaltungen, die wir in Oberursel organisieren. Die Erfahrung zeigt, dass die Teilnahme an Lehrgängen mit einem deutlichen Motivations- und Leistungsschub einhergeht, angestoßen durch den Austausch mit neuen Partner*innen und durch neue bzw. anders vermittelte Lehrinhalte.

Prüfungen

Graduierungen

Schwarzer Gürtel

Im Aikido bekräftigen Graduierungen (Prüfungen) den jeweiligen Leistungsstand. Zudem lässt sich durch eine intensive Prüfungsvorbereitung das Gelernte besser verinnerlichen und eine zunehmende Vertrautheit mit den Techniken erzielen.

Kyu-Grade stehen für die Ausbildungsphase als Schüler*innen, die üblicherweise 5-7 Jahre dauert. Dan-Grade kennzeichnen fortgeschrittene Aikidoka, die oft auch als Lehrer*innen tätig sind. Bei uns haben alle Kyu-Grade den weißen, alle Dan-Grade den schwarzen Gürtel.

Die Weißgurt-Grade werden absteigend durchnummeriert vom 6. bis zum 1. Kyu, welcher die höchste Stufe darstellt. 

Ab dem schwarzen Gürtel werden die Graduierungen aufwärts gezählt, also 1. Dan, 2. Dan, 3. Dan etc. Hier wird üblicherweise nur bis zum 4. Dan geprüft, höhere Graduierungen werden verliehen.

Ab dem 2. Kyu (zweithöchster Schülergrad) wird in unserem Dojo zusätzlich der Hakama getragen. Dieser japanische Hosenrock ist meist schwarz oder dunkelblau, mit aufgesticktem Namen in der japanischen Silbenlautschrift Katakana. Der Hakama weist den oder die Träger*in als fortgeschrittene Aikidoka aus, die alle wichtigen Techniken und die Fallschule beherrscht. Von diesen Aikidoka wird außerdem ein besonders vorbildliches Verhalten erwartet und die selbstverantwortliche Übernahme von Aufgaben im Dojo.

Kyu-Prüfungen finden bei uns im Dojo statt. Sie werden grundsätzlich von unseren Lehrerinnen und Lehrern abgenommen. Dan-Prüfungen können unterschiedlichen Regularien folgen und werden meist auf überregionalen Lehrgängen abgelegt. Die Vorbereitungsphase auf die Dan-Prüfung beginnt bereits mit dem Ablegen des 2. Kyu: Zu diesem Zeitpunkt entscheidet der Prüfling, in welchem Rahmen er oder sie den schwarzen Gürtel ablegen will.

Wartezeiten und Voraussetzungen

Die folgenden Wartezeiten entsprechen dem kürzesten Zeitraum, nach dem eine Prüfung abgelegt werden kann. Es wird davon ausgegangen, dass der Schüler/die Schülerin in diesem Zeitraum zwei- bis dreimal pro Woche am Training teilgenommen hat, insbesondere in den letzten Monaten vor der Prüfung.

  • 6. Kyu: 3 Monate (40 h)
  • 5. Kyu: 6 Monate (60 h), 1 Lehrgang, ab 14 Jahre
  • 4. Kyu: 6 Monate (60 h), 1 Lehrgang
  • 3. Kyu: 9 Monate (90 h), 2 Lehrgänge
  • 2. Kyu: 12 Monate (120 h), 3 Lehrgänge, davon 1 Lehrgang außerhalb von Oberursel, ab 16 Jahre
  • 1. Kyu: 12 Monate (120 h), 3 Lehrgänge bei Jan Nevelius
  • 1. Dan: 18 Monate (180 h), 4 Lehrgänge bei Jan Nevelius, ab 18 Jahre

(Die Anzahl der Lehrgänge bezieht sich auf die Besuche seit der letzten Prüfung. Ein Wochenlehrgang zählt wie 3 Wochenend-Lehrgänge.)

Je nach Trainingsintensität und -erfolg können die tatsächlichen Wartezeiten auch (deutlich) länger ausfallen. Bei den Kyu-Graden liegt die Entscheidung über die Zulassung zur Prüfung beim Dojoleiter/der Dojoleiterin. Längere Wartezeiten sind völlig in Ordnung, denn es geht um deine persönliche Entwicklung, und die Prüfungen müssen zu deinem Leben passen.

Für jede Prüfung gibt es ein Merkblatt, das die geforderten Techniken und Zulassungskriterien enthält, und ein weiteres, das den allgemeinen Prüfungsablauf beschreibt (siehe Menüpunkt „Prüfungen“). 

Wir erkennen eine bereits vorhandene Graduierung von Neumitgliedern grundsätzlich an. Für die Prüfung auf die nächste Stufe sind dann eine intensive Trainingsbeteiligung und in aller Regel auch eine längere Wartezeit erforderlich, um den Anforderungen unserer Prüfungsordnung gerecht zu werden.

Verbandszugehörigkeit

Das Aikido-Dojo Oberursel folgt den Richtlinien des internationalen Aikido-Dachverbandes „Aikikai Tokio“, gehört aber keinem Landesverband an.

Das Dojo bereitet ausschließlich auf Dan-Prüfungen unter Jan Nevelius Shihan vor. Diese Prüfungen können in Deutschland oder Schweden abgelegt werden und werden vom Aikikai Tokio anerkannt.

Sollte ein Dojo-Mitglied bei einem anderen Lehrer/einer anderen Lehrerin, oder bei einem bestimmten Verband Prüfungen ablegen wollen, wird dies respektiert.

Der Verein

TVW

Vereinsheim des TV Weißkirchen

Das Aikido-Dojo Oberursel ist eine Abteilung des TV 1889 Weißkirchen/Ts. e.V. (TVW).

Wir haben uns als Abteilung eines gemeinnützigen Sportvereins gegründet, um es möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, Aikido zu üben. Die Weißkirchener setzen sich mit viel Hingabe für die Pflege des eigenen Vereinsgebäudes als Ort der Begegnung ein. Diese ehrenamtliche Tätigkeit ermöglicht niedrige Beiträge, so dass die Teilnahme am Training keine Frage des Einkommens ist.

Als Abteilung unterstützen wir daher den Verein auch über das Training hinaus, z.B. durch Mithilfe bei Renovierungsarbeiten und verschiedenen Veranstaltungen, durch die sich der Verein finanziert.

Das Logo des Vereins (siehe unten) basiert auf dem Turnerkreuz mit vier roten F, die für das Motto „frisch, fromm, fröhlich, frei“ stehen (der Ausdruck „fromm“ hatte damals übrigens auch die heute ungebräuchliche Bedeutung „tüchtig, fleißig“, ist also nicht in erster Linie religiös gedacht). 

Der Verein ist weltanschaulich und politisch neutral.

Sichere Umgebung

Beim Training legen wir größten Wert darauf, dass alle Teilnehmer*innen gesund bleiben und Freude am gemeinsamen Trainieren haben. Daher orientieren wir uns an unserem Wertekodex und pflegen einen offenen und vertrauensvollen Umgang.

Stellst du ein Fehlverhalten anderer Teilnehmer*innen oder Lehrer*innen fest, und kannst du das nicht im direkten Gespräch lösen, dann wende dich bitte an die Dojoleitung. Wir nehmen deine Bedenken ernst und behandeln dein Anliegen vertraulich.

Sollte das festgestellte Fehlverhalten die Dojoleitung betreffen, bitten wir darum, die direkte Aussprache zu suchen und auf unsere Kritikfähigkeit zu vertrauen. Sollte dies nicht möglich sein, wende dich bitte an den/die Leiter*in Sportbetrieb oder – falls Minderjährige betroffen sind – an die Kindeswohl-Beauftragten im TV Weißkirchen.